Wertschätzen
Werte leben – Loben
| Zwei Tage nach dem 5. Come together der bSb-Regionalgruppen am 27.
September in Saarbrücken riefen mich Teilnehmerinnen aus meinem
Coachingvortrag „Wertschätzen – Werte leben – Loben macht Spaß“ an:
„Wir setzten es bereits ein – und es wirkt“; „Wie schön, dass
Wertschätzen solche Wirkung zeigt“…
Und wir kennen es auch aus der Forschung: Führungskräfte, die wertschätzend mit ihren MitarbeiterInnen umgehen, haben mehr unternehmerischen Erfolg. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung von Heike Bruch, Professorin an der Internationalen Universität St. Gallen für Betriebswirtschaft und Leadership. Sie untersuchte 175 deutsche Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMU). Und stellte dabei fest, dass durchschnittlich 9 % der Manager der vier Führungsebenen problemorientiert führen und sogar 37 % Laissez-Faire. Die Unternehmen in denen Wertschätzen und Lösungsorientierung zu der Kultur des Miteinanders gehört, sind auch wirtschaftlich erfolgreicher!¹ Dass Wertschätzen, Empathie, Vertrauen in den Mitarbeiter, die Mitarbeiterin die Motoren im Leben für erfolgreiche, gute Arbeit sind, belegen auch die Forschungen des Neurobiologen Prof. Gerald Hüther. Sein Credo ist „es braucht einen >supportive Leader<. Er vermittelt seinen Mitarbeitern das Gefühl, dass es auf jeden einzelnen ankommt, dass jeder mit seinen Ideen gebraucht wird. Was aber tun, wenn laut der Untersuchung von Heike Bruch mehr als 46 % unserer Manager diese Führungsqualitäten nicht haben? Hier stellt sich gleich die Frage, was können wir für uns selbst tun, um diese Lücke zu füllen. Die Schriftstellerin Lynn Grabhorn antwortet mit ihrem Buch „Aufwachen das Leben wartet“ 2. Sie macht deutlich, wie wichtig es ist, selbst zu wissen, die eigenen Stärken zu entdecken und zu kennen und zu spüren. Spätestens dann, wenn wir auf zwei der folgenden Fragen mit mehr als drei Tagen antworten, hießt es die eigene Perspektive wechseln. Denn wie sollen andere wissen, was unsere Stärken, Qualitäten, Kompetenzen sind, wenn wir selbst es nicht wissen, es nicht leben? Wann haben Sie sich das letzte Mal gelobt? Ärger und seine Freunde – Prominente Lobkiller Gerade das Wahrnehmen eigener Fähigkeiten stärkt unsere innere Mitte und ist die wichtigste Stressprävention. Und gleichzeitig fällt uns Loben sehr schwer. Die prominentesten „Lobkiller“ sind dabei Botschaften (Affirmationen) aus unserer Kindheit. Wer kennt ihn nicht den locker dahin gesagten Satz „(Eigen-)lob stinkt“? Und das oft als Reaktion auf kleine Kindheitsfreuden, wie „Schau mal, hab ich das nicht schön gemacht?“. Das sind Sätze, die sitzen. Andere Lobkiller sind Ärger und Wut, Resignation und Verdruss. Oder haben Sie schon einmal aus vollem Herzen gelobt, wenn sie sich über jemanden ärgerten. Geschweige denn sich selbst gelobt, wenn Sie gerade mit sich schimpften, weil ihnen etwas nicht gelungen ist? Ein wirklich wirkungsvoller Verhinderer von Wertschätzung ist unser Alltagstrott. Wir merken nicht mehr, wenn uns etwas gut gelingt. Sondern stürzen uns gleich nach vollbrachter Arbeit in die nächste Tätigkeit. Kein Innehalten und kein Wahrnehmen für das erfolgreich Vollbrachte. Stressgetrieben wird gleich die nächste Arbeit, das nächste Projekt, das nächste… gestartet. Doch was können wir tun, um hier Zeichen zu setzen? Wertschätzen – Loben macht Freude Beim bSb-Come together in Saarbrücken 3 starteten wir mit der Übung „Entdecke deine Erfolge“. Jede Teilnehmerin schrieb 10 Erfolge auf. Den im Moment Wichtigsten erzählte sie ihrer Nachbarin. Dabei entwickelt sich ein Gefühl. Welches Gefühl ist es, wie kann ich es beschreiben, wie erzähle ich es meiner Nachbarin, meiner Freundin, meiner Kollegin…. Wie wichtig das bewusste Wahrnehmen dieser Gefühle ist – zu der
wir uns im Alltag kaum Zeit lassen – zeigte sich auf den Gesichtern
der Teilnehmerinnen, die jetzt alle mit einem leisen, strahlenden
Lächeln vor mir saßen. Und gleichzeitig ist „Entdecke deine Erfolge“
eine Übung, die wunderbar leicht sich in unseren Alltag integrieren
lässt. Die uns nicht viel Zeit kostet und uns ungleich viel Kraft
gibt. |
Das Motto, das uns bei diesen neuen Schritten
begleitet, ist auch ein Buchtitel von Luise Reddemann „Eine Reise
von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt“.4
Das sind nur zwei Beispiele, die uns die Perspektive für unsere positiven Seiten öffnen. Wie baue ich Angst, Wut, Resignation ab, um erfolgreich zu sein? Eine der einfachsten Übungen ist, tief durchatmen und wenn das nicht reicht, einfach meine ganze Wut, meinen Ärger, aufschreiben. Wenn ich das tue, bevor ich platze, und jemanden meinen Frust an den Kopf werfe, spüre ich wohltuend, wie sich von ganz allein Ideen einstellen, die mich zu Lösungen mit mir und im Miteinander mit den Kollegen bringen. Innehalten und Wahrnehmen Innehalten und Wahrnehmen ist eine Perle im Alltag. Der vietnamesische Mönch Thich Na Than5 entwickelte dazu Geh-Meditationen, die sich hervorragend in den Alltag einbinden lassen und uns auch in schwierigen Situationen erden. Während ich gehe, sage ich lautlos „Ja, Ja, Danke, Danke“. Zu jedem Schritt ein Wort. Diese Meditation lässt sich beim Treppensteigen genauso nutzen, wie beim Walken. Eine Workshopteilnehmerin erzählte mir, dass sie es in ihr Nordic Walking eingebunden hat und dabei eine tief empfundene Ruhe in sich spürt. Ein Manager erzählte mir, dass, diese Meditation seinen Tagesablauf umstellte, weil sie ihm so wichtig geworden ist. Er lässt das Auto zuhause stehen und geht meditierend ins Büro und ist dann gewappnet, den Tag in sich ruhend zu starten. Ab heute erfolgreich…6 Das Gegenteil von Loben ist Kritik. Wenn Sie
mindestens zwei der folgenden Fragen mit „Nein“ beantworten… Und Tipps zum Schmöckern ¹ Bruch, Heike: Demographischer Wandel und
Organisationale Energie – wie Unternehmen ihre Potenziale
generationsspezifisch voll nutzen. III. Know-how Kongress 2008 –
Demographie 2.0 8.09.2008, Köln. www.ddn.de |
